Geldverbrennung im Theater

Im Theater Paderborn steht die mutmaßlich billigste Theke der Stadt: mehr als 500.000 € Minderrohertrag bis 2023/24

Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Paderborn nimmt auf Grundlage der vorliegenden
Wirtschaftspläne zur schludrigen Thekenumsatzplanung der Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH im Zeitraum 2019/20 bis 2023/24 wie folgt Stellung:

1. Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Paderborn freut sich, dass der Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH so sehr am vorwiegend flüssigen Leibeswohl der Paderborner Theatergänger gelegen war und ist, dass dem sachkundigen Bilanzfuchs bei der Prüfung u.a. der Thekenumsatzplanung (Daten v. 04.05.2020) die Augen übergehen.
Denn in der mittelfristigen Finanzplanung des Theaters belaufen sich die durch die Stadt und den Kreis Paderborn zu tragenden Verluste von 2019/20 bis 2023/24 kumulativ auf geplante 22.911.881 € (Haushaltsentwurf 2021, Band I, Vorbericht, S. 394, letzte Zeilen)! Hiervon ergeben sich mehr als 500.000 € allein durch schludrige Thekenumsatzplanung!

2. Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt stellt fest, dass bei geplanten jährlichen Thekenumsätzen in Höhe von 55.000 € bis 59.000 € mit einem Wareneinsatz zwischen 52,7% und 50% gerechnet wird => Rohgewinnaufschläge zwischen 47,3% und 50% spiegelbildlich.

Und genau hier werden alle ordentlichen Wirte ungläubig staunen, denn wenn sie solch einen Quatsch in einer Finanzplanung der öffentlichen Hand gegenüber ausweisen würden, stünde das Finanzamt nach kürzester Zeit bei ihnen zur Buchprüfung auf der Fußmatte!

Verdacht: Verkürzung der Steuerbemessungsgrundlage zu Lasten des Fiskus bzw. Gewinnverschleierung zu Lasten der kommunalen Haushalte der zwei Gesellschafter des Theaters!

3. Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Paderborn verweist auf die vom Bundesfinanzministerium vorgegebenen Richtsätze für Rohgewinnaufschläge in Gast-, Speise- und Schankwirtschaften für die Jahre 2018ff, die mit durchschnittlich 245% vom Fiskus (bei Wegfall der Gewerbeklassenunterteilung) akzeptiert werden. Mindestaufschlag: 186%!

Na, geht Ihnen bereits ein Licht auf? Was ist mit dem Einkauf los? Wer plant an der
Theatertheke so an den verpflichtenden Vorgaben vorbei? Oder anders herum: Wo ist der Umsatz hin? Saufen sich da etwa einer oder mehrere für lau durch? Fragen über Fragen…
Aber Hauptsache Theater-Intendantin Kreuzhage wird „externe Expertin“ im Think Tank für das Areal Barker… Künstlerischer Sachverstand abseits der kreativen Buchführung?

4. Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Paderborn würde gerne selbst eifrig die Bücher der Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele GmbH prüfen, doch sitzen im Aufsichtsrat nur die Vertreter der Paderborner Altparteien. Ob die wohl mal langsam eine unbelastete Wirtschaftsprüfung unabhängiger, externer Bilanzgutachter veranlassen?

Ansonsten interessiert sich das örtliche Finanzamt sicherlich für die Spitze des Eisbergs.

Für die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Paderborn
Marvin Weber, Andreas Kemper und Alexander Lex